Byzanz in der Schweiz

Die bedeutenden Sammlungen byzantinischer Kunstwerke, archäologischer Objekte und Manuskripte sowie die byzantinisch inspirierten Wandmalereien sowie die humanistische Tradition und die zentrale Rolle, die das Studium und die Verbreitung der griechischen Sprache während der Reformation einnahmen, verleihen der Schweiz einen nicht zu unterschätzenden, aber allzu oft verkannten Platz im Bereich der Byzantinistik.

Der gewichtige Platz, den die Schweiz in den byzantinischen Studien einnimmt, wird häufig verkannt. Das auf Schweizer Boden aufbewahrte reiche byzantinische Kulturerbe verweisst auf die historischen Beziehungen der Schweiz mit diesem tausendjährigen Reich. So besitzt zum Beispiel das Genfer Musée d’art et d’histoire einen der bedeutendsten byzantinischen Bestände des Abendlandes, der durch verschiedene Legate begründet und dank einer dynamischen, durch die Schenkung Janet Zakos 2004 beflügelten Erwerbspolitik erweitert wurde. Zu den archäologischen Fundstücken und den zu wissenschaftlichen Zwecken erworbenen Handschriften, die sich in schweizerischen Bibliotheken und Museen befinden, kommen zahlreiche Objekte und Kunstwerke hinzu, die sich im Besitu zahlreichen privater Sammler befinden. Hier mehr zu byzantinischen Sammlungen.

Die zu einem grossen Teil zufällig oder bei archäologischen Grabungen gefundenen byzantinischen Objekte stammen im grossen Ganzen aus katholisch gebliebenen Kantonen, deren Kirchen zahlreiche – häufig mit dem Reliquienkult verbundene – Schätze bargen. Da die Reformation das Studium und die Verbreitung der griechischen Sprache stark vorantrieb, sind die in den reformierten Kantonen zu wissenschaftlichen Zwecken gesammelten Handschriften Teil der humanistischen Tradition des Landes. Schliesslich nahm das Interesse von Schweizer Persönlichkeiten für Byzanz und seine Geschichte seit dem 19. Jahrhundert ständig zu, ist jedoch kein neues Phänomen: Dafür sind die Handschriften, die der Dominikaner Johannes von Ragusa von Konstantinopel nach Basel brachte, um das Konzil von Basel (1431) vorzubereiten, ein anschaulicher Beweis. Die historische Bedeutung dieser Dokumente unterstreicht den bescheidenen, doch unverzichtbaren Platz, den die Schweiz im Bereich der byzantinischen Studien einnimmt.

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Image Ville de Genève, Musées d'art et d'histoire